Informationen zur Impfung gegen die neue Influenza A (H1N1, Schweinegrippe)
Entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts vom 12.10.2009 empfehlen auch wir bestimmten Personen und Patientengruppen eine Impfung gegen das neue Influenza Virus A (H1N1, Schweinegrippe). Zwar ist es wegen des erst kurzen Beobachtungszeitraums (erstmaliges Auftreten im Frühjahr 2009) nicht möglich, die Verbreitung und die davon ausgehende Gefahr der neuen Influenza A vorherzusagen. Dennoch wird die Impfung empfohlen, vor allem um frühzeitig eine pandemische Ausbreitung zu reduzieren. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung unter anderem auch deshalb, weil die Schwere der Erkrankungen nicht vorhersehbar ist, und da wenige Mutationen (Veränderungen im Erbgut), wie sie bei Grippenviren häufig vorkommen, das Virus noch gefährlicher werden lassen können. Für das neue Virus ist keine Grund- oder Teilimmunität in der Bevölkerung zu erwarten, so dass neue Impfstoffe entwickelt werden mussten, deren Immunogenität höher ist als die der bislang verwendeten Impfstoffe. Die zugelassenen Impfstoffe können nach allen bisher verfügbaren Daten als absolut sicher angesehen werden. Die vielfach in den Medien diskutierten Adjuvanzien, die in einigen der Impfstoffe enthalten sind, werden auch bei vielen anderen Impfstoffen eingesetzt, so dass keine besondere Nebenwirkungsträchtigkeit der neuen Impfstoffe zu erwarten ist.
Folgende Gruppen sollten sich einer Impfung gegen die neue Influenza A (H1N1-Schweinegrippe) unterziehen:
1. Beschäftigte im Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material.
2. Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleiden wie z.B.: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herzkreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B- zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion.
Zu dieser Gruppe gehören alle organtransplantierten Patienten, die eine immunsuppressive Therapie einnehmen, z.B. bei Herztransplantation, und alle Personen mit schweren Herz-Kreislauferkrankungen, die einen schweren Verlauf einer Influenza erwarten lassen würden.
3. Schwangere (vorzugsweise ab dem 2. Trimenon) und Wöchnerinnen.
Weitere Gruppen, bei denen eine Impfung erwogen werden kann, über die aber noch nicht abschließend beschlossen wurde, sind :
4. Personen, die mit Risikopersonen (Gruppe 2 und Gruppe 3) zusammen leben, und daher eine mögliche Infektionsquelle für diese Risikopersonen darstellen können.
5. Alle übrige Personen ab dem Alter von 6 Monaten bis 24 Jahren.
6. Alle übrigen Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren.
7. Alle übrigen Personen ab 60 Jahre.
Der Grund dafür, dass gesunde Personen ab 60 Jahre zunächst nicht geimpft werden sollten, liegt darin, dass bei Menschen höheren Alters offensichtlich eine Teilimmunität gegen das H1N1-Grippevirus vorliegt. Es besteht ein geringeres Krankheitsrisiko für diese Patientengruppe.
Für Rückfragen stehen die Mitarbeiter des Herzzentrums gerne zur Verfügung.
Link zum Robert-Koch-Institut
www.rki.de/cln_116/nn_205760/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/IPV/IPV__Node.html
Liste mit Kölner Ärzten die Impfungen gegen H1N1 durchführen
www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf53/aerzte_impfaktion_koeln.pdf
Priv.-Doz. Dr. Jochen Müller-Ehmsen
Oberarzt der Klinik III für Innere Medizin
(Herztransplantation und interventionelle Kardiologie)
Kerpener Str. 62
50924 Köln
Tel. 0221-478-32396
Fax 0221-478-32397
E-Mail: mueller.ehmsen@uni-koeln.de


