AG Wittwer - Klinische Studie 1
Zirkulierende Endothelzellen als innovativer Marker der myokardialen Endothelschädigung im Vergleich zweier operativer Verfahren zur Myokardrevaskularisation: OBCAB (Off-Pump-Coronary Artery-Bypass) versus Mini-HLM (ROCSafe®, Terumo Deutschland GmbH)
Principal Investigator
Prof. Dr. Thorsten Wittwer, Dr. Yeong-Hoon Choi, Prof. Dr. Thorsten Wahlers
Mitglieder der Arbeitsgruppe
O. Liakopoulos, K. Neef, A. Sabashnikov, T. Holst
Kurzzusammenfassung
Innovative aktuell etablierte Techniken für koronarchirurgische Eingriffe umfassen mit dem sog. OPCAB-(Off-Pump-Coronary Artery-Bypass)-Verfahren entweder ein operatives Vorgehen ohne die Verwendung der Herzlungenmaschine (HLM), oder es wird zunehmend der Einsatz einer Mini-HLM (z.B. ROCSafe®, Terumo Deutschland GmbH) propagiert, bei der aufgrund der deutlich reduzierten Fremdoberflächen sowie des erheblich reduzierten Priming-Volumens des extrakorporalen Kreislaufs von einer geringeren perioperativen Morbidität im Vergleich zum Standard-Verfahren mit einer herkömmlichen HLM ausgegangen werden kann. Insgesamt werden weiterhin chirurgisch-anästhesiologische Strategien zur Verminderung der Auswirkungen koronarchirurgischer Verfahren sowie insbesondere der extrakorporalen Zirkulation an sich kontinuierlich optimiert. Wesentlich für diese Optimierungsansätze sind zuverlässige Marker, anhand derer verschiedene Therapieansätze gemessen werden können.
Zirkulierende Endothelzellen, die normalerweise nicht bzw. in nur verschwindend geringer Anzahl im Blut nachgewiesen werden können, stellen einen sehr sensitiven Marker für eine unspezifische Gewebsschädigung dar, die sowohl durch eine unzureichende Myokardprotektion, erhöhtes perioperatives koronarchirurgisches Trauma bzw. den daraus resultierenden ischämischen Gewebssschaden sowie den weiterführenden Komplikationen verursacht werden können.
In dem hier vorgestellten Projekt soll international erstmalig der Einfluss zweier klinisch etablierter innovativer operativer Verfahren der Myokardrevaskularisation auf die Freisetzung von zirkulierenden Endothelzellen untersucht werden. Zuvor soll durch Korrelation dieser neuen Daten mit Standardvariablen der myokardialen Schädigung im Sinne der diagnostischen Prüfung der diagnostische Wert dieser zirkulierenden Endothelzellen bezüglich der Beurteilung einer Myokardschädigung evaluiert werden, um in zukünftigen weiterführenden Studien ggf. einen neuen sensitiven Parameter der Myokardschädigung ins klinische Armamentarium überführen zu können.
Daraus ergeben sie die folgenden Fragestellungen, die im Einzelnen durch das hier beantragte Projekt bearbeitet werden sollen.
1. Korrelation der CEC-Quantifikation generell mit Standard-Variablen der Myokard- und Endothelschädigung (CK, Troponin, vWF, Apoptoseparameter etc.) zur Evaluation dieser innovativen Variablen „CEC“
2. Vergleich der beiden modernen OP-Verfahren (OPCAB-Verfahren versus Mini-HLM-Verfahren) bei koronarer Mehrgefäßerkrankung hinsichtlich der Freisetzung von zirkulierenden Endothelzellen (CEC) als neuer Marker der myokardialen Scädigung
Die Untersuchungen werden an Patienten durchgeführt, die sich einer elektiven isolierten koronaren Bypassoperation unterziehen.


